Kodex & Hausregeln

Kodex


Jugendbewegte Gruppen gibt es auf der Welt zu Hauf. Wir alle haben verschiedene Sitten, Bräuche und Gewohnheiten. Einige tragen Halstücher, die anderen Abzeichen, einige einen Affen, die anderen einen modernen Wanderrucksack, die einen nehmen Gebetsbücher und andere Luftmatratzen mit auf Fahrt oder Lager. Dies sind einige von den vielen bunten Unterschieden, die uns ausmachen und begleiten werden.

Als teilnehmende, mitorganisierende oder leitende Person des schwarzbunt 2020 akzeptiere ich diese Unterschiede uneingeschränkt und gebe niemandem das Gefühl, mehr oder weniger Teil des Ganzen zu sein! Vielleicht nutze ich sogar die Gelegenheit, neue Eindrücke zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen und Neues für mich mitzunehmen.

Hausregeln


Als Teilnehmende*r, Mitorganisator*in, Veranstalter*in von schwarzbunt 2020...
  • ...habe ich eine offene, tolerante und wertschätzende Haltung gegenüber Persönlichkeit, Sexualität und Herkunft meines Gegenübers.
  • ...nehme ich Abstand von jeglicher Art verbaler, körperlicher oder psychischer Gewalt.
  • ...akzeptiere und respektiere ich jegliche Art Grenze meines Gegenübers.
  • ...ist mir bewusst, dass ein „Nein“ durch Worte, Gesten oder Blicke ausgedrückt werden kann und nicht gerechtfertigt werden muss.
  • ...stehen mir, wann immer ich mich von jemandem, auf welche Art auch immer, angegriffen, erniedrigt, belästigt, beleidigt, bedroht oder sonst unangenehm angegangen fühle, Mitglieder des Arbeitskreises Schutzkonzept zur Seite; ich habe immer die Möglichkeit, eine dieser Personen anzusprechen und mir helfen zu lassen.
  • ...kann ich mich ebenfalls an eine/n dieser Ansprechpartner*innen wenden, wann immer ich eine der oben genannten Situationen beobachte, oder zu beobachten meine.

Politisches Selbstverständnis


"Sie wollten leben wie es ihnen gefiel"

Es ist kein Geheimnis, dass es in der Bewegung, die für viele von uns ein zweites Zuhause geworden ist, Menschen und Gruppen gibt, für die der Heimatbegriff etwas anderes als nur ein Geborgenheitsgefühl bedeutet. Seit es die Jugendbewegung gibt, welche als großes Ziel hat junge Menschen zu kritischen, selbstreflektierten und frei denkenden Menschen zu erziehen, gibt es auch die Ströme, die genau diese jungen Menschen, welche an Erfahrungen und Bewusstsein grade erst zu wachsen beginnen, nach ihrer Ideologie erziehen und sie für ihre Ziele missbrauchen wollen.

Seit einiger Zeit ist es in unserer Szene zu beobachten, dass genau diese Gruppen sich vermehrt organisieren, strukturieren und mit anderen gleichorientierten Organisationen Kooperationen bilden.

Es geht uns in diesem Fall vor allem um Gruppierungen aus dem rechten bis rechtsextremen Spektrum, die Jugendliche mit ihrem völkischen und nationalistischen Gedankengut entgegen unserer Vorstellung von Toleranz, Akzeptanz, Vielfalt und Freiheit erziehen. Für uns hat diese Einstellung, das Gedankengut und die Handlungsweise dieser Gruppierungen nichts mit unserem Wunsch einer friedlichen und wertschätzenden Bewegung zu tun und wir möchten uns davon an dieser Stelle ganz klar distanzieren.

Wir tolerieren keine Gruppen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sexualität, Meinung oder ihres Geschlechts als mehr oder weniger wert beurteilen und werden ihnen, soweit es uns möglich ist, keinen Raum für ihre Weltanschauungen auf unserem Lager bieten. Wir können die politische Meinung eines jeden einzelnen Teilnehmers nicht überprüfen und wollen dies auch nicht, plädieren aber an alle Teilnehmenden wachsam zu sein, Vorfälle, Äußerungen oder Auffälligkeiten an Mitwirkende aus dem Team heran zu tragen und damit und mit ihrem allgemeinen Handeln zu einem friedlichen, gewaltfreien und respektvollem Umgang auf unserem Lager beizutragen.

Unsere Zelte bleiben schwarz,
Wir bleiben bunt!